Heute haben wir in Lübeck gastiert. Nachdem wir in Rostock doch ziemlich nass geworden sind, waren wir schon kurz davor unsere Station in Lübeck abzusagen. Der Respekt vor den Unwetterwarnungen im Norden und die Autofahrt nach Lübeck durch Sturm und Regen überwogen sehr. Doch kurz vor Lübeck ließ der Regen nach und auf dem Schrangen angekommen, zeigte sich der Platz sehr windgeschützt. Außerdem erwartete uns bereits der Lübecker Jugendring mit einigen Freiwilligen, die uns unterstützen wollten. Also führten wir die Helfer/innen kurz in unser Programm ein und begannen mit dem Aufbau. Aus unseren Erfahrungen in Rostock schlauer geworden, luden wir nur das Nötigste aus dem Antidiskrimi- nierungsmobil aus um weitere Wasserschäden am Material zu vermeiden.Zum ersten Mal bauten wir unseren eigenen Wahrnehmungsparcour auf, an dem die Besucher/innen Erfahrungen mit der Fortbewegung im Rollstuhl machen konnten. Er wurde sehr gut angenommen. Wie schwierig es ist sich auf ungewohnten Untergrund und bei Bordsteinkanten wie gewohnt fortzubewegen, war eine besonderes Erlebnis. Für besonders Interessierte haben wir die Rollstühle auch für kurze Ausflüge in die Fußgängerzone verliehen. Sie versuchten Türen von Kaufhäusern zu öffnen und erlebten, wie unterschiedlich die Passanten regierten. Eine außerordentliche Erfahrung war es, dass eine Behindertentoilette nicht zu befahren war, weil die Tür für Rollstuhlfahrer/innen kaum zu öffnen war.
Unsere Partner vom Lübecker Jugendring stellten ihr Projekt Disco nicht ohne Dich vor. Für Stimmung sorgte der Musiker Rasun. Er hatte mehrere Trommeln dabei und sang inbrünstig Neugierige herbei. Angelockt von den ungewohnten Klängen, probierten einige das Trommeln selber aus. Schließlich gesellte sich noch ein Straßenmusiker mit einem Akkordeon hinzu.
Unsere anfänglichen Bedenken wurden von der Begeisterung der Lübecker hinweg gefegt. Einen Wermutstropfen hatte die Station nur, da wir heute Morgen eine eingeschlagene Scheibe an unserem Antidiskriminierungsmobil entdecken mussten. Zum Glück war die schnell herbeigerufene Polizei äußerst hilfsbereit und zeigte uns den Weg zur nächsten Werkstatt.
... pünktlich zum Abschlussfoto erschien der Bürgermeister (von links)







Die Buttons, die im Zelt entstanden, stehen sinnbildlich für das Thema Vielfalt und zeugen von der Kreativität und dem Einfallsreichtum Jugendlicher. Marie und Crischian zum Beispiel sind mindestens anderthalb Stunden geblieben und haben, während sie Buttons produziert haben, von ihrer Lebenssituation und ihren Zukunftsplänen und Träumen berichtet. Da wird deutlich, dass die Themen für die die Kampagne steht, wichtige Lebensbereiche der Jugendlichen berühren und dass Begriffe wie Akzeptanz, Toleranz und Vielfalt nicht einfach bloße Schlagworte sind. Wir freuen uns Rostock im Kampf gegen einen neu entstanden Laden der rechten Szene etwas unterstützt zu haben. Am Stand der Bürgerinitiative Bunt statt braun wurden an diesem Tag zahlreiche Unterschriften gegen diesen Neonazi-Laden gesammelt. Unser besonderer Dank gilt allen Helfer/innen, die das Event möglich gemacht haben und die vom Rostocker Stadtjugendring super koordiniert wurden. 








